Kurzer Eindruck vom BVM Regionalabend in Hamburg …

… mit dem Thema: Wer spielt mit? Reaktionen verschiedener Kulturen auf kreative Fragetechniken in Online-Befragungen.


Es ging an diesem Abend um die eigentlich immer aktuelle Frage, wie man bei Befragten in Onlinestudien die Motivation aufrecht erhält, einen Fragebogen gewissenhaft und überhaupt bis zum Ende durchzuführen. 
 
Onlinefragebögen bieten in diesem Zusammenhang einige interessante und deutlich mehr Möglichkeiten als klassische Fragebögen. Durch den gezielten Einsatz von Grafiken, Animationen und Bildern wird ein zusätzlicher unterhaltender Faktor eingeführt, der, so zumindest die Kernaussage des Referierenden von GMI, sich positiv auf die Quote der ‚Abbrecher‘ auswirkt. An sich ‚farblose‘ Fragen können lebendiger gestellt und vermittelt werden, komplex und abschreckend wirkende Fragearten (v.a. Matrixfragen) durch eine veränderte Form der ‚Vorlage‘ – z.B. durch separate Einblendung der entsprechenden Aussagen/Eigenschaften und ein einfaches und leicht verständliches Bewertungssystem –   aufgelockert und dadurch einfacher von den Probanden bewältigt werden. 
 
Unter Umständen dauern so aufbereitete Fragebögen etwas länger – eine höhere Ergebnisqualität und die Tatsache, dass Befragte die Befragung als angenehmer erleben, wiegen diesen möglichen Nachteil jedoch auf.
Wichtig ist ein intelligenter Einsatz derartiger Hilfsmittel an den Stellen im Interview, in denen Motivation entweder geschaffen oder aufrecht erhalten werden muss. Das ist alles plausibel und nachvollziehbar, aber eben in oft auch schon in der Praxis umgesetzt. Letztendlich wird mit dem Thema die Diskussion über Gamification und/oder Surveytainment aufgegriffen: also zusammengefasst eine aufgelockerte Gestaltung von Online-Fragebögen. Ob nun eher spielerisch oder unterhaltsam? Was immer angemessen ist. Spannend und interessant wird es immer dann, wenn man es schafft, den Befragten mit einer gänzlich neue Arten der Fragestellung zu überraschen und damit zu motivieren. Das war/ist in der klassischen Marktforschung so und genauso ist es in und  anderen Bereichen und Methoden der Marktforschung. 
 
Im B-to-B Bereich ist der Einsatz dieser Faktoren bei der Fragebogengestaltung deutlich weniger relevant: ein zu verspielt anmutendes Fragebogendesign vermittelt weniger Professionalität und wird oft als zu zeitintensiv erlebt.
 
Interessant ist der Aspekt, dass durch die Verwendung von eindeutigen Grafiken, Bildern etc. eine internationale Anpassung der Fragebögen u.U. erleichtert werden und Probleme, wie sie z.B. durch Übersetzung oder unterschiedliche Wortbedeutungen in den Sprachen auftreten, reduziert werden können.
Dabei ist allerdings die zu erzielende Wirkung auch immer vom Thema der jeweiligen Untersuchung abhängig. Und man ist natürlich nict davor gefeit, dass bestimmte Gesten, Bilder oder Haltungen in den unterschiedlichen Ländern und Kulturen anders wahrgenommen, verstanden und genutzt werden und hier vielleicht doch das geschriebene/gesprochene Wort vielleicht die bessere Alternative wäre.

Wichtig wird die gesamte Thematik, wenn man an das Thema Mobile Research denkt: zwar können Interviews hier ohnehin nicht so lange dauern, die Frage jedoch, wie man auch hier Befragen ‚bei der Stange‘ hält, ist hochrelevant.
 
Quintessenz: Man darf als Entwickler von Fragebögen nie aufhören, sich in die Position des Befragten zu versetzen.

#mmra  #mobileresearch  #mrx  #bvm

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