Coronavirus und qualitative Mafo

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The times they are a changing (Bob Dylan)

Wie in so vielen, eigentlich fast allen Bereichen des Lebens wird der Coronavirus auch die qualitative Marktforschung grundlegend verändern.
Die Phase des Übergangs in die Digitalisierung wird durch die Pandemie enorm beschleunigt. Was sonst noch einige Jahre an Zeit und Transformation benötigt hätte, muss jetzt in kürzester Zeit umgesetzt werden. Und wir werden alle sehen: es geht.
Es mehren sich die Berichte und Erfahrungen mit einem erstaunlich positiven Gesamteindruck über die verstärkte Nutzung digitaler Tools und Methodiken und ich persönlich kann mich dem nur anschließen.

Jeder nutzt digitale Services jetzt häufiger und mit Selbstverständlichkeit. Diese selbstverständlichere und natürlichere Nutzung und Einbindung in den Alltag hat auch Auswirkungen auf die Qualität von Online-Marktforschung. Videokonferenzen sind durch Corona zu einem weiteren ‘normalen’ Kommunikationstool geworden und werden es in Zukunft immer mehr sein. Echte F2F-Befragungen in Form von Gruppendiskussionen und Einzelinterviews werden immer ein zentraler Teil der qualitativen Marktforschung bleiben; müssen es bleiben, weil ‘echte’ Kommunikation nicht ersetzt werden kann. Wir erleben das im Privaten.
Die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus lassen F2F-Befragungen jeder Art in diesen Zeiten schwieriger, vor allem aber umständlicher werden. Auch wenn man sich an vieles gewöhnen wird: die Natürlichkeit einer Konversation leidet bzw. wird auf absehbare Zeit (nicht nur im Bereich der Marktforschung) nicht mehr die sein wie vor Corona.

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Es geht voran! (Fehlfarben)

Die Marktforschung Welt befindet sich in einem riesigen Transformationsprozeß und wir erleben und gestalten diese Veränderungen mit.
Dem Neuen gehört die Zukunft. An Banalität ist dieser Ausspruch wohl kaum zu überbieten, was aber nichts an seiner Richtigkeit ändert. Wichtig ist es, Veränderungen anzunehmen. Neugierig zu sein. Als Marktforscher ist das unser Job und gerade deshalb ist es so wichtig, dem Neuen aufgeschlossen gegenüber zu stehen, es ‘einzuatmen’ zuzulassen, aufzunehmen, umzusetzen und zu nutzen. Es gibt kein ‘new normal’.

Marching out (The Alarm)

Es ist wahr, der Mensch und seine jahrtausendelange Evolution und Anpassung kommen mit dem enormen Tempo der technischen Entwicklung und dessen Durchdringung des täglichen Lebens nicht mit. Dieses Phänomen ist nicht neu und das erzeugt Unsicherheiten, auch Ängste. Deswegen ist es wichtig, diese Ängste und Unsicherheiten ernst zu nehmen und anzunehmen. Das gilt für den großen gesellschaftlichen Rahmen, wie z.B. im Umgang mit den ‘Corona-Protesten’, genauso wie für jeden einzelnen persönlich.
Gesellschaftlich bedeutende Umwälzungen hat es in der Geschichte immer gegeben und wird es immer geben. Und immer gegeben hat es auch Bewegungen, sich gegen das Neue und Unbekannte zu wehren. Fortschritt geht nicht anders und ist immer ein Schritt ins Unbekannte.
Es gilt aber auch: Geschichte wiederholt sich. Zwar nicht 1:1, aber bestimmte historische Bewegungsmuster ähneln sich unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontextes. Warum: weil der Mensch (als Spezies) der Protagonist seiner Geschichte ist und Geschichte macht.

Talk to me (Eurhythmics)

Die Art und Weise wie qualitative Marktforschung umgesetzt wird, wird sich ändern; sie ist bereits dabei, sich zu ändern, weil alle, die daran beteiligt sind spüren, dass es nicht mehr so sein wird wie ‘früher’ (oder vorher). Interessant dabei: wir sagen ‘früher’, meinen es auch, verstehen es aber noch nicht in seiner Tiefe, obwohl es gerade drei Monate her ist, wo nichts grundlegend in Frage gestellt wurde. Fakt ist: wir haben das ‘Alte’ bereits abgehakt.
Wie geht es weiter? Ein spannende Reise, die sich ergeben wird, in der wir uns zurechtfinden müssen und lernen. Und Erfahrungen machen. Erfahrungen wie die oben bereits angesprochene, dass es nämlich besser geht als gedacht.
Altvertraute Bilder von interaktiven Workshops, Kunden hinter dem Einwegspiegel etc. werden wir bestimmt irgendwann wieder sehen, aber wir werden genauso selbstverständlich auf eine zeitgemäße und für alle Gesprächsteilnehmer bis dahin völlig normale Art und Weise mit ‘Probanden’ online reden.
Und wir werden sehen, dass es (wie überall) zwar Einschränkungen gibt, aber auch Vorteile.

Coronavirus and qualitative research – another view

The times they are a changing (Bob Dylan)

As in so many, actually almost all areas of life, the coronavirus will also fundamentally change qualitative market research.
The phase of transition to digitalization will be accelerated enormously by the pandemic. What would otherwise have taken several more years of time and transformation must now be implemented in the shortest possible time. And we will all see: it works.
Reports and experiences are multiplying, with an astonishingly positive overall impression of the increased use of digital tools and methodologies, and I personally can only agree.

Everyone is now using digital services more frequently and with greater confidence. This more natural and everyday use and integration also has an impact on the quality of online market research. Thanks to Corona, video conferences have become another ’normal‘ communication tool and will be more and more so in the future. Genuine F2F surveys in the form of group discussions and individual interviews will always remain a central part of qualitative market research; they must remain so because ‚real‘ communication cannot be replaced. We experience this in private.
The general precautions against the virus make F2F surveys of all kinds more difficult, but above all more complicated in these times. Even if you get used to a lot of things: the naturalness of a conversation suffers or will suffer in the foreseeable future (not only in the field of market research) and will not be the same as before Corona.

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Es geht voran! (Fehlfarben)

The ~market research world is undergoing a huge transformation process and we are experiencing and helping to shape these changes.
The future belongs to the new. The banality of this saying is hard to beat, but this does not change its accuracy. It is important to accept changes. To be curious. As market researchers, that is our job, and that is why it is so important to be open to the new, to allow it to be inhaled, absorbed, implemented and used. There is no ’new normal‘.

Marching out (The Alarm)

It is true that man and his millennia of evolution and adaptation cannot keep up with the enormous speed of technical development and its penetration of daily life. This phenomenon is not new and this creates insecurities, even fears. Therefore it is important to take these fears and uncertainties seriously and to accept them. This applies to the large social framework, for example in dealing with the ‚Corona protests‘, as well as to each individual personally.
Socially significant upheavals have always existed in history and will always exist. And there have always been movements to defend themselves against the new and unknown. Progress is no different and is always a step into the unknown.
But it is also true: history repeats itself. Not 1:1, but certain historical patterns of movement are similar, taking the respective context into account. Why: because man (as a species) is the protagonist of its history and makes history.

Talk to me (Eurhythmics)

The way in which qualitative market research is implemented will change; it is already changing because all those involved feel that it will not be the same as ‚before‘ (or before). Interestingly, we say ‚before‘ – we mean it, but we don’t yet understand it in depth, even though it’s only been three months since nothing has been fundamentally questioned. Fact is: we have already checked off the ‚old‘.
What is the next step? An exciting journey, which will result, in which we have to find our way and learn. And make experiences. Experiences like the one already mentioned above, that it works better than we thought.
We will certainly see familiar pictures of interactive workshops, customers here the one-way mirror etc. again sometime, but we will also talk to ‚test persons‘ online in a modern and for all participants of the conversation completely normal way.
And we will see that (as everywhere) there are limitations, but also advantages.

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