Coronavirus 30. März: Empathie + Gemeinschaft und warum sie so wichtig sind

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Es dauerte eine Zeit, aber es scheint so, als würde Corona erst jetzt voll und ganz bei uns ankommen. Nicht falsch verstehen: Corona bestimmt unseren Tagesablauf und jedem ist ‚irgendwie‘ klar, dass die Welt nach der ‚irgendwann‘ überstandenen Pandemie eine andere sein wird. Theoretisch lässt sich das alles wesentlich leichter daher sagen, aber den Punkt, an dem die bewusst erlebte, erfahrene und gespürte Unsicherheit, Hilflosigkeit und Angst ins Spiel kommt, beginnen wir (zumindest in Deutschland) erst jetzt langsam zu erreichen. 

Es ist eine leise Ahnung von der Wucht der Auswirkungen, die der Coronavirus auf unsere Zukunft und auf unsere Gesellschaft haben wird, die sich langsam breit macht.

Corona verliert den ‚Abenteuerstatus‘ – die Realität macht sich breit, die Erkenntnis von der eigenen Machtlosigkeit, Hilflosigkeit und vielleicht selbst noch nicht eingestandenen Angst. Hier ist etwas stärker als wir selbst. Und damit muss man erstmal zurechtkommen.

Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich und reichen von (souveräner) ehrlicher Solidarität bis zu (hilfloser) Aggression und Gewalt.

In einer existenziellen Krise zeigt sich der wahre Charakter. In Extremsituationen reagiert der Mensch anders, intuitiv. Angst ist ein wichtiges Moment.

Angst ist prinzipiell nichts Negatives, sondern hat vielmehr eine ganz besondere Funktion. Sie ist ein Hinweis, ein Zeichen, dass wir es mit einer Situation zu tun haben, in der wir richtig handeln müssen, um zu überleben. Und richtig gedeutet und umgesetzt war es immer die Angst und was man aus ihr macht, die die Geschichte der Menschen geprägt hat.

Angst ist eine sehr persönliche und ganz eigene Erfahrung und jeder muss mit seiner Angst auch selbst fertig werden. Mit der eigenen Angst richtig umzugehen, ist leichter, wenn man erfährt, dass andere dieselben Ängste teilen. Und umgekehrt kann man jemandem aus einer Angstsituation oder dem Gefühl der Hilflosigkeit nur helfen, wenn man sich in den anderen hineinfühlen und ein ehrliches Verständnis für ihn entwickeln kann. Reflektion und Mitfühlen – Empathie. Das sind nicht nur menschliche Werte, sondern erweitert den persönlichen Horizont und hilft einem dadurch auch selber.

Egoismus hat in Bedrohungen, die eine sehr große Gruppe, eine Gesellschaft oder die Menschheit  betreffen, nie zu nachhaltigen Lösungen geführt. Da liegt der Widerspruch in sich selbst.

Wir alle spüren in diesen Zeiten, wie wichtig es ist, dass wir nicht alleine sind und wie wichtig es ist, dass wir an andere denken und der Mensch nur in der Gemeinschaft ‚ist‘ und sein kann.  Nur durch das Mitfühlen entsteht ein wahres Gefühl von Gemeinschaft; das wir nicht allein sind und wir uns nur in Gemeinschaft als Gemeinschaft aus für uns alle bedrohlichen Situationen bewegen können.

Wir müssen aufgeben, nur an uns zu denken. Egoismus war nie ein guter Ratgeber. Isolieren, Abschotten und Ausgrenzen entsprechen nicht dem Wesen des Menschen. Und es gibt genug Beispiele aus der Geschichte, die dies belegen. Egoismus wirkt nur kurzfristig . Ob der Mensch lernt?

Als Gesellschaft schaffen wir es aus dieser existenziellen Krise nur, wenn der Empathie genügend Raum gegeben wird und wir es schaffen, emphatisch zu sein und Empathie zu leben; genau das, was eine funktionierende Gesellschaft von ihrer Grundidee ist und sein sollte. Im Kleinen genauso wie im Großen.

Gemeinschaft, Vertrauen und das Prinzip Hoffnung auf das Gute und Menschliche im Menschen sind als wesentliche Urprinzipien essentieller, existenzieller und wichtiger denn je.

Coronavirus 30. March 2020: Empathy + community and why they are more important than ever

It took some time, but it seems that Corona is only now fully arriving. Don’t get me wrong: Corona determines our daily routine and it is somehow evident to everyone that the world will be a different place after the pandemic is over. Theoretically, it’s much easier to say all this, but the point where the consciously experienced and felt insecurity, helplessness and fear comes into play, we (at least in Germany) are only now slowly beginning to reach. 

It is a faint inkling of the force of the impact that coronavirus will have on our future and on our society, which is slowly spreading.

Corona is losing its ‚adventure status‘ – reality is spreading, the realization of one’s own powerlessness, helplessness and maybe even fear not yet admitted. There is something stronger here than ourselves. And we must learn to cope with that.

The reactions to this are very different and range from (sovereign) honest solidarity to (helpless) aggression and violence.

In an existential crisis the true character is revealed. In extreme situations people react differently, intuitively. Fear is an important factor.

Fear is in principle nothing negative, but rather has a very special function. It is an indication, a sign that we are dealing with a situation in which we have to act correctly in order to survive. And correctly interpreted and implemented, it was always fear and what you make of it that has shaped the history of mankind.

Fear is a very personal and unique experience and everyone has to cope with their own fear. Dealing with one’s own fear in the right way is easier when one learns that others share the same fears. And vice versa, you can only help someone out of an angst situation or a feeling of helplessness if you can empathize with the other person and develop an honest understanding for him or her. Reflection and compassion – empathy. These are not only sub-human values, but also broaden your personal horizon and thus help yourself. 

Egoism has never led to sustainable solutions in threats that affect a very large group, a society or humanity. The contradiction lies in itself.

We all feel in these times how important it is that we are not alone and how important it is that we think of others and that man ‚is‘ and can only be in community.  Only through compassion can a true feeling of community arise; that we are not alone and that we can only move in community as a community out of situations that threaten us all.

We must give up thinking only of ourselves. Selfishness has never been a good advisor. Isolation, separation and exclusion do not correspond to the nature of man. And there are enough examples from history to prove this. Egoism only works in the short term. Will human beings ever learn?

As a society we will only make it out of this existential crisis if empathy is given enough room and we manage to be emphatic and to live empathy; exactly what a functioning society is and should be from its basic idea. On a small scale as well as on a larger one.

Community, trust and the principle of hope for the good and humane in man are as fundamental original principles more essential, existential and important than ever.

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