Online Mafo

Die Zukunft der Marktforschung ist Online.

Diese und ähnliche Aussagen ziehen sich wie ein roter Faden durch die meisten Abhandlungen, die sich mit der Zukunft der Marktforschung beschäftigen. Eigentlich ist dem auch nichts hinzuzufügen, aber ganz so kann man das natürlich auch nicht stehenlassen.

Ohne Zweifel wird ‚Online‘ die zukünftige Marktforschung bestimmen, was letztendlich aber auch nur ein Spiegel einer allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung ist. In dem Maße, in dem ‚Online‘ das Leben eines jeden Einzelnen durchdringt und damit Wahrnehmungen (von Produkten und Marken), Kaufentscheidungen und alles was davor und danach damit zu tun hat nachhaltig beeinflusst, muss auch die Marktforschung sich auf diese Veränderungen einstellen, indem …

  • sie sich dieser vom Konsumenten genutzten Möglichkeiten annimmt
  • sie diese analysiert
  • sie sie verstärkt im eigenen Methodenspektrum entsprechend berücksichtigt.

All dies findet statt und die Online-Marktforschung, speziell auch qualitative Online-Marktforschung, hat sich mit den nun vorhandenen Möglichkeiten zu einem wirklich faszinierenden Feld entwickelt.

Wenn man sich mit der Bedeutung, die ‚Online‘ für die Marktforschung hat bzw. haben wird genauer auseinandersetzt, wird schnell deutlich, dass es bestimmte Bereiche gibt, in denen die Online-Marktforschung (zu Recht) die ‚Führung‘ übernehmen wird. Hiermit ist vor allem der Bereich der quantitativen Marktforschung und hier speziell die telefonischer Umfragen gemeint.

Es geht dabei allerdings weniger darum, dass eine bestimmte Methodik keine Rechtfertigung oder Relevanz mehr hat, sondern vielmehr um eine Schärfung des Profils der jeweiligen Methodik. Telefonische Befragungen werden auch in Zukunft für bestimmte Frage- und Problemstellungen die beste Methode sein …

Recht kontrovers wird z.Zt. vor allem in internationalen Foren über die Zukunft der qualitativen Marktforschung debattiert und gestritten. Während auf der einen Seite (bewusst) provokant gefragt wird, wozu Gruppendiskussionen heute überhaupt noch Sinn haben, gibt es auf der anderen Seite die Ansicht, dass es gerade bei einem immer schwieriger zu verfolgendem und zu durchschauendem Nutzungsverhalten im Internet (und im ‚echten‘ Leben) gerade die klassische qualitative Marktforschung sein muss, die quasi ‚Licht in das Dunkel‘ bringt.

Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Gruppendiskussionen sind nicht obsolet und werden es in Zukunft auch nicht sein (siehe auch hier). Spezifisch angepasste Online-Methoden jedoch können die Arbeitsweise qualitativer Marktforschung beträchtlich erweitern und sind (sollten) für jeden qualitativen Marktforscher ein wichtiges Feld darstellen.

Der qualitative Forscher steht durch die in relativ kurzer Zeit sehr signifikant veränderten (und sich weiter ändernden) Kommunikationskanäle und besonders auch durch den großen Erfolg und die zunehmende Nutzung sozialer Netzwerke vor spannenden Herausforderungen. Leute teilen sich anders mit und die teilen sich mehr mit.

Der Konsument wird mehr und merken, dass er Macht haben kann, wenn er seine Meinung im Internet nur ausreichend publik macht. Die Beispiele Vodafone und Jako haben dies in jüngst besonders deutlich gemacht. Aber gut kann es ein, dass ‚er‘ trotzdem weiter über Vodafone telefoniert oder seine Sportklamotten über Jako kauft.

Eine der spannendsten Fragen in diesem Zusammenhang ist daher m.E., ob die Identität einer Person die online agiert wirklich genau dieselbe ist, als wenn sie vor einem säße. Ist der Mensch, der sich anonym äußert, in seinem Meinungs-und ein Stimmungsbild derselbe, als wäre er nicht anonym? Und daraus abgeleitet wiederum die Frage: aus welcher diese Identitäten spricht denn nun die wahre Einstellung und Meinung?

Diese Fragen basieren auf der Annahme, dass sich (online aktive) Menschen auch mittels ihrer ‚zweiten‘ virtuellen Identität definieren und identifizieren. Wir arbeiten derzeit daran, ein Modell zu entwickeln, diese möglichen Diskrepanzen besser verstehen und greifen zu können.

Übertragen auf einen durchführbaren methodischen Ansatz in der qualitativen Marktforschung verfolgen wir einen gemischten bzw. dualen Ansatz:

  • Nutzung der Möglichkeiten qualitativer Online-Marktforschung
  • Wertschätzung des direkten und persönlichen Kontaktes mit den Zielgruppen als gleichberechtigte Säule im Forschungsprozess

Mehr Informationen dazu auf unserer Website hier

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