QRCA Conference Day One

Das eigentliche Konferenzprogramm beginnt jetzt gleich um 14:30. Eröffnet wird die Konferenz mit dem Marketplace, wo sich Mafo-Dienstleister, in erster Linie Studios und Anbieter von Onlinelösungen, vorstellen. Die Studios sind für einen deutschen Marktforscher weniger interessant, weil sie überwiegend nur auf dem US-Markt tätig sind. Obwohl: man kann ja nie wissen.Es ist trotzdem interessant zu sehen, wie unterschiedlich sich die Studioanbieter positionieren. Manche betonen die große Anzahl von Studios landesweit, andere den mehr persönlichen Stil, wiederum andere besondere Merkmale, wie z.B. die schnelle Anpassung des Diskussionsraums: formal, informell (Wohnzimmer), Bar-like. Interessant. Ein großer der Aussteller allerdings bietet Lösungen im Bereich Online-Marktforschung ein. Es gibt auch hier viele Anbieter mit den unterschiedlichsten Ansätze. Für den eher puristischen qualitativen Marktforscher die relativ realitätsnahe Portierung der Offline-Gruppensituation ins Internet. Sehr übersichtlich und klar strukturiert – für Moderator, Gruppenteilnehmer und Kunden. Ähnlich aufgebaut, allerdings weiter gefasst und nicht nur auf die Moderation von Onlinegruppen konzentriert sind andere Lösungen. Ebenfalls gut aufgebaut und strukturiert. Hier hat sich in den letzten zwei Jahren extrem viel bewegt. Social Media und wie diese in der qualitativen Marktforschung eingesetzt und genutzt werden kann, ist eines der dominierenden Themen auf der diesjährigen Konferenz. Dies zeigt sich schon am Interesse, das Beiträgen entgegen gebracht werden, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Auch der zweite große Themenblock ist von ‚Online‘ geprägt, nämlich wenn es um die Konzipierung, Umsetzung und Analyse von Onlineprojekten geht. Eins ist klar: Social Media entfernt sich ziemlich schnell davon, einfach nur Cool und hip zu sein. Es wird die Marktforschung nachhaltig beeinflussen, weil es die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren auch verändert (hat und wird). Das ist die methodische Seite, auf die noch im speziellen eingegangen werden wird. Im Vordergrund soll jetzt zunächst der Umgang stehen, den man als Marktforscher und Verantwortlicher für eine Firma mit Social Media hat bzw. wie man Umgang haben sollte. Einhergehend mit der steigenden Bedeutung von Social Media in der Gesellschaft und im Geschäftsleben wird die aktive und bewusste Nutzung von Social Media ist ein wichtiger Teil der Aussendarstellung und der PR von Unternehmen. Und damit auch ein Werkzeug zur Kundengewinnung. Grundlage der Nutzung von Social Media in diesem Zusammenhang ist zunächst die grundsätzliche Einstellung zu diesem Thema. Social Media ist Networking und Networking bedeutet Sharing. Nichts ist privat. Was einmal im Netz war, bleibt immer im Netz. Aber auch: Social Media und generell Netzwerke funktionieren für alle Seiten nur, wenn alle Seiten die Idee des Networkings auch praktizieren.Bleibt die Frage: was mache ich mit den eigenen Daten, wie sie in den Profilen veröffentlicht werden: Welche Angaben soll ich machen? Habe ich durch die Art der Informationen u.U. Nachteile? Was will ich von mir veröffentlicht sehen (Personal Branding)? Welche Informationen sind relevant, welche unnötig?Wie sind diese Informationen für andere nutzbar, wie werden sie wahrgenommen und was für Konsequenzen hat das? Könnten Wettbewerber diese Informationen in irgendeiner Form ausnutzen? Um hierauf genauer eingehen zu können, ist es wichtig, die verschiedenen Netzwerke hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Stärken und Schwächen unter die Lupe zu nehmen. Die wichtigsten sozialen Netzwerke sind LinkedIn (in Deutschland XING), Facebook und Twitter.< LinkedIn ist, zumindest hier in den USA, eine mehr als feste Größe. In Deutschland ist dies XING (welches ja, wenn man den Gerüchten glaubt, in Kürze von LinkedIn übernommen werden wird). LinkedIn ist im Vergleich zu Facebook und Twitter am ehesten der 'Businessman'. Ein wichtiges Tool, wenn es darum geht, Informationen über (potentielle) Kunden zu gewinnen und sehr gut einsetzbar zur Pflege von Kontakten sowie zur Recherche von Businesspartnern (Dienstleister, Acquise). LinkedIn kann ein wichtiges Tool zum Rekrutieren von Testpersonen sein und ebenso effektiv können die Gruppen und die Diskussionen sein, die in ihnen geführt werden. Facebook wird in erster Linie in privater Hinsicht genutzt. Wie sinnvoll ist es, Facebook auch auf geschäftlicher Ebene einzusetzen? Lohnt sich eine firmeneigene Facebookpräsenz? Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Wesentlich wichtiger ist da schon die Frage der Verquickung von persönlichen Informationen mit dem Professionellen. Wie für andere Networks aber auch für 'echte' soziale Kontakte gilt auch hier, dass bestimmte Themen (z.B. Politik) mit Vorsicht zu geniessen sind. Auf der anderen Seite ist der große Unterschied von Facebook zu LinkedIn, dass es Leben und Farbe und damit eine ganz eigene, nämlich menschliche Dimension in die eigene virtuelle Präsenz bringt. Private Informationen mit Geschäftlichem zu vermengen muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil. Gerade in den Beratungsberufen gilt: it's a personality business und Privates bedeutet in diesem Falle auch Menschliches: Ich bin, wer ich bin. Und wer authentisch ist, ist glaubwürdiger. Umgekehrt kann die Recherche über Facebook auch für den Dienstleister bedeuten, mehr Informationen und Eindrücke über seine Kunden zu gewinnen um so u.U. einen (schnelleren und) direkteren zum Kunden zu gewinnen.< Twitter ist Real Life, der Mikrokosmos. Ein gutes Werkzeug zum generieren von Aufmerksamkeit und zum bewussten Lenken auf eigene Inhalte. Ausserdem lassen sich Informationen zu jedem beliebigem Thema generieren. Nicht repräsentativ natürlich, aber trotzdem ein Stimmungsbild wiedergebend und relevant um Anregungen zu liefern. Alle drei genannten Netzwerke sollten gemäß ihrer Besonderheiten genutzt werden. LinkedIn übernimmt am ehesten die Funktion der klassischen Visitenkarte; Facebook fügt die menschliche Seite hinzu (in Englisch klingt das viel besser: adding the human factor) und Twitter fungiert als Adhoc-Werkzeug für Recherche und PR.

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